17.04.2026

Leichte Erholung im Wohnungsbau: Baugenehmigungen steigen im Vergleich um 24,1 Prozent

Die Zahl der Baugenehmigungen ist im Februar 2026 deutlich gestiegen: Bundesweit wurden rund 22.200 Wohnungen genehmigt. Ein Plus von 24,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Mehrfamilienhäuser legten zu. ZIA und GdW werten das als positives Signal, warnen jedoch vor voreiliger Euphorie. Hohe Baukosten, Energiepreise und unsichere Rahmenbedingungen belasten Projekte weiterhin erheblich. Nach wie vor bleibt entscheidend, ob aus Genehmigungen auch tatsächlicher Wohnungsbau entsteht.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, zeigt sich mit dem erneuten Anstieg der Baugenehmigungen im Februar 2026 eine Fortsetzung der leichten Belebung zu Jahresbeginn. Besonders im Neubau zog die Entwicklung an: Von Januar bis Februar wurden insgesamt rund 34.500 Wohnungen in neuen Wohngebäuden genehmigt. Ein Zuwachs von 17,6 Prozent. Den größten Anteil machen weiterhin Mehrfamilienhäuser aus, die ebenfalls deutlich zulegen konnten.

Trotz dieser Entwicklung bleibt die Lage angespannt. Branchenvertreter wie ZIA und GdW sehen in den Zahlen zwar einen Hoffnungsschimmer, betonen jedoch, dass die Stabilität dieses Trends ungewiss ist. Investitionsentscheidungen würden weiterhin durch hohe Kosten, volatile Energiepreise und politische Unsicherheiten erschwert. „Wer heute baut, geht nach wie vor erhebliche Risiken ein. Viele Projekte brauchen einen langen Atem unter den jetzigen Bedingungen“, sagt ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan.

Lange und komplexe Genehmigungsverfahren bremsen nach wie vor den Wohnungsbau. In der Diskussion um die geplante BauGB-Novelle wird daher insbesondere auf schnellere Verfahren, mehr Digitalisierung und klare Prioritäten für den Wohnungsbau gesetzt. Es kommt nun entscheidend darauf an, dass diese Ansätze auch tatsächlich greifen.

Gleichzeitig warnen Verbände davor, die positive Entwicklung zu überschätzen. Steigende Bau- und Finanzierungskosten könnten den Neubau schnell wieder ausbremsen. Hinzu kommen Unsicherheiten durch die Energiepreisentwicklung, die sich zunehmend auch auf die Bauwirtschaft auswirken.

„Die Erholung bei den Genehmigungszahlen vom Jahresanfang ist ein positives Signal – sie spiegelt aber den Trend aus der Zeit vor Beginn des Irankriegs wider. Die Regierung muss mit Blick auf die drohenden Verwerfungen jetzt umgehend handeln, damit es beim weiterhin dringend notwendigen Wohnungsbau nicht erneut zu einer Vollbremsung kommt“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

Unterm Strich bleibt die Botschaft klar: Die steigenden Genehmigungszahlen sind ein wichtiges Signal. Für eine nachhaltige Trendwende reicht das jedoch noch nicht aus. Dafür müssten die strukturellen Hemmnisse im Wohnungsbau endlich wirksam reduziert und Projekte wieder verlässlich umgesetzt werden.

Bildquelle: iStock Getty

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