17.04.2026

Konjunktur verliert an Dynamik: Wirtschaft in Deutschland deutlich unter Druck

Die deutsche Wirtschaft hat im ersten Quartal 2026 spürbar an Schwung verloren. Industrie, Bau und Konsum entwickeln sich schwach, gleichzeitig belasten steigende Energiepreise, Lieferengpässe und geopolitische Unsicherheiten die Unternehmen. Auch die Inflation zog zuletzt wieder an. Besonders im Bau wirkten sich neben der schwachen Nachfrage auch witterungsbedingte Einbußen aus. Eine schnelle Erholung ist derzeit nicht in Sicht – die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von der Lage im Nahen Osten ab.

Nach einer kurzen Aufhellung zu Jahresbeginn hat sich die wirtschaftliche Stimmung zuletzt deutlich eingetrübt. Unternehmen und Verbraucherinnen und Verbraucher blicken wieder pessimistischer auf die kommenden Monate. Die Produktion in der Industrie stagnierte zuletzt oder ging leicht zurück.

Auch das Baugewerbe steht unter Druck. Neben ungünstigen Witterungsbedingungen zu Jahresbeginn wirken sich vor allem strukturelle Faktoren aus. Die Bauproduktion lag zuletzt unter dem Niveau des Vorquartals, während gleichzeitig steigende Energie- und Materialkosten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zusätzlich verschärfen.

Die Konsumnachfrage entwickelt sich ebenfalls verhalten. Steigende Preise und Unsicherheiten führen zu zurückhaltendem Verhalten bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Frühindikatoren deuten darauf hin, dass sich diese Entwicklung im weiteren Jahresverlauf fortsetzen könnte.

Ein wesentlicher Belastungsfaktor bleibt die Energiepreisentwicklung. Im Zuge politischer Spannungen sind insbesondere die Preise für Öl und Gas deutlich gestiegen. Dies hat nicht nur direkte Auswirkungen auf die Produktionskosten, sondern treibt auch die Inflation an, die im März wieder spürbar angezogen hat.

Auch am Arbeitsmarkt zeigen sich erste Bremsspuren. Die Beschäftigung geht leicht zurück, während die Zahl der Insolvenzen zuletzt deutlich gestiegen ist. Eine kurzfristige Belebung ist derzeit nicht erkennbar.

Unterm Strich bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Die konjunkturelle Entwicklung wird maßgeblich von externen Faktoren bestimmt. Selbst bei einer Entspannung der politischen Lage ist davon auszugehen, dass hohe Energiepreise und strukturelle Belastungen die Wirtschaft noch länger begleiten werden.

Bildquelle: iStock Getty

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