Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft in Bayern schlägt Alarm: Laut dem VdW Bayern ist beim Wohnungsbau weiterhin keine Trendwende in Sicht. 2025 stagnierten die Fertigstellungen mit rund 3.500 Wohnungen auf niedrigem Niveau, gleichzeitig brachen die Investitionen deutlich ein. Besonders betroffen ist der Neubau. Der Verband warnt vor weiter sinkenden Fertigstellungszahlen in den kommenden Jahren und einem zunehmenden Wohnungsmangel. Gefordert werden schnellere Verfahren, niedrigere Baukosten und verlässliche Förderbedingungen.
Investitionen brechen deutlich ein
Wie aus der aktuellen Leistungsbilanz des Verbands hervorgeht, gingen die Gesamtinvestitionen der Mitgliedsunternehmen im Jahr 2025 um mehr als zehn Prozent auf rund 2,4 Milliarden Euro zurück. Besonders stark betroffen war der Neubau: Hier sanken die Ausgaben um mehr als 20 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig investieren viele Wohnungsunternehmen verstärkt in ihren Bestand. Die Modernisierungsinvestitionen stiegen um 14 Prozent.
Nach Einschätzung des Verbands wird sich der Rückgang der Investitionen zeitverzögert bemerkbar machen. Bereits heute sei absehbar, dass die Fertigstellungszahlen in den Jahren 2026 und 2027 weiter sinken könnten.
Wohnungsmarkt bleibt angespannt
Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum hoch. Laut VdW Bayern fehlen im Freistaat rund 200.000 bezahlbare Wohnungen. Auch die Wartelisten bei Wohnungsunternehmen wachsen weiter. In vielen Städten sei die Nachfrage inzwischen so hoch, dass der vorhandene Wohnungsbestand mehrfach vermietet werden könnte.
Besonders problematisch: Nicht mehr nur Haushalte mit geringem Einkommen seien betroffen, sondern zunehmend auch Menschen mit mittleren Einkommen. Die sozial orientierten Wohnungsunternehmen gelten dabei weiterhin als wichtiger Stabilitätsanker auf dem Wohnungsmarkt. Nach Angaben des Verbands liegen die Mieten ihrer Mitgliedsunternehmen rund 30 Prozent unter dem Marktniveau.
Fördermittel reichen nicht aus
Eine zentrale Rolle spielt aus Sicht des Verbands die staatliche Wohnraumförderung. Zwar befinde sich diese aktuell mit 1,3 Milliarden Euro auf Rekordniveau, gleichzeitig seien die Fördermittel jedoch stark überzeichnet. Wohnungsbau sei unter den aktuellen Rahmenbedingungen häufig nur noch mit staatlicher Unterstützung wirtschaftlich darstellbar.
Der Verband fordert deshalb mehr Verlässlichkeit und Transparenz bei der Vergabe der Fördermittel. Gerade langfristige Bauprojekte benötigten frühzeitig Planungssicherheit.
Baukosten als zentraler Bremsfaktor
Als eine der größten Herausforderungen nennt der VdW Bayern die hohen Baukosten. Zusätzliche Belastungen durch steigende Energie- und Materialpreise verschärften die Situation weiter. Hoffnung setzt der Verband unter anderem auf einfachere Baustandards wie den sogenannten Gebäudetyp E, der kostengünstigeres Bauen ermöglichen soll.
Pilotprojekte hätten bereits gezeigt, dass sich damit deutliche Einsparpotenziale von bis zu 15 Prozent erzielen lassen. Nun müsse dieser Ansatz schneller in die Praxis überführt und rechtssicher verankert werden.
Verband fordert entschlossenes Handeln
Der Verband fordert insgesamt ein entschlossenes Gegensteuern der Politik. Neben verlässlichen Förderbedingungen brauche es schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie und stärkere steuerliche Anreize, um Investitionen im Wohnungsbau wieder attraktiver zu machen.
Aus Sicht des VdW Bayern steht fest: Ohne grundlegende Verbesserungen der Rahmenbedingungen wird sich die Wohnungsmarktkrise weiter verschärfen.
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