09.03.2026

Neue Zahlen der BAUINDUSTRIE: Mehr Frauen interessieren sich für Berufe in der Bauwirtschaft

Der Anteil von Frauen im Bauwesen steigt weiter. Laut der neuen Publikation „Frauen am Bau“ der BAUINDUSTRIE sind inzwischen rund 30 Prozent der Studierenden im Bauingenieurwesen weiblich – vor 25 Jahren waren es noch etwa 20 Prozent. Auch das Interesse an gewerblichen Bau-Berufen nimmt langsam zu. Gleichzeitig warnt die Branche vor rückläufigen Studienanfängerzahlen und verweist auf weiterhin bestehende strukturelle Herausforderungen, etwa bei Karrierewegen und der Gehaltsentwicklung.

Bauingenieurwesen zunehmend attraktiv für Frauen
Insgesamt studieren derzeit rund 60.150 Menschen Bauingenieurwesen, davon etwa 18.200 Frauen. Der steigende Frauenanteil wird in der Branche positiv bewertet. Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine langfristige Entwicklung, die Sorge bereitet: Die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger im Bauingenieurwesen ist seit rund zehn Jahren rückläufig.

Im Wintersemester 2024/25 haben sich rund 9.000 Studierende neu eingeschrieben, darunter etwa 2.720 Frauen. Das sind zwar deutlich mehr als noch vor zwei Jahrzehnten, liegt jedoch unter dem Höchststand von vor elf Jahren. „Grund dafür sind vor allem die demografische Entwicklung, was die Branche aber nicht davon abhalten darf, auf die vielen Möglichkeiten hinzuweisen, einen spannenden Beruf mit viel Entwicklungspotenzial in einer zukunftsweisenden, innovativen und gesellschaftsrelevanten Branche auszuüben“, erläutertcBAUINDUSTRIE-Vize-Präsidentin Jutta Beeke (Geschäftsführerin ECHTERHOFF).

Zunehmendes Interesse an gewerblichen Berufen
Neben akademischen Laufbahnen wächst auch das Interesse von Frauen an gewerblichen Tätigkeiten im Bau. So sind heute deutlich mehr Frauen etwa als Zimmerinnen oder Baugeräteführerinnen tätig. Insgesamt bleibt der Frauenanteil in diesen Bereichen jedoch weiterhin vergleichsweise niedrig.

Der Grund liegt vor allem in der Struktur der Branche: Rund 70 Prozent der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe arbeiten in gewerblichen Berufen. Entsprechend prägt dieser Bereich die Gesamtstatistik stark.

Die aktuellen Zahlen zeigen eine langsame, aber kontinuierliche Entwicklung: Der Anteil von Frauen in bauhauptgewerblichen Berufen liegt derzeit bei rund 2,3 Prozent (2013: 1,3 Prozent), in Ausbildungsberufen des Bauhauptgewerbes bei etwa 4,8 Prozent (2018: 1,8 Prozent). Insgesamt beträgt der Frauenanteil im Bauhauptgewerbe rund 11 Prozent (2001: 9 Prozent).

Gehaltsunterschiede bleiben Thema
Ein weiterer Diskussionspunkt bleibt die Vergütung. Nach Branchenangaben verdienen Expertinnen im Baugewerbe im Durchschnitt rund 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Die Differenzen entstehen nach Einschätzung der Branche häufig durch unterschiedliche Arbeitszeitmodelle oder durch den Vergleich langjähriger männlicher Beschäftigter mit neu eingestellten Mitarbeiterinnen. Langfristig bleibt es dennoch ein Ziel der Branche, bestehende Unterschiede weiter zu reduzieren.

Bildquelle: iStock Getty

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