Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist zuletzt gestiegen: Im Mai 2026 wurden rund 21.000 Wohnungen genehmigt – 24,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die große Aufgabe für Politik und Immobilienwirtschaft liegt jetzt darin, diese Genehmigungen schneller in Bauprojekt zu Überführen. Hohe Bau- und Finanzierungskosten sowie komplexe Vorgaben bremsen weiterhin den Wohnungsbau. Als zentrale Hebel gelten schnellere Genehmigungsverfahren, bessere Förderbedingungen und mehr Planungssicherheit.
Die aktuellen Zahlen zu den Baugenehmigungen geben dem Wohnungsbau in Deutschland neue Hoffnung: Im Mai 2026 wurde der Bau von rund 21.000 Wohnungen genehmigt – ein Anstieg von 24,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch der Zeitraum Januar bis Mai zeigt eine positive Entwicklung: Insgesamt wurden 104.700 Wohnungen genehmigt, 15,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders im Bereich der Mehrfamilienhäuser, der für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum entscheidend ist, stieg die Zahl der Genehmigungen deutlich an.
Trotz dieser positiven Signale warnen Branchenverbände davor, die Entwicklung trotz dieser positiven Signale warnen Branchenverbände davor, die Entwicklung bereits als Trendwende zu bewerten. Der GdW und der ZIA betonen, dass zwischen einer erteilten Baugenehmigung und einer tatsächlich fertiggestellten Wohnung weiterhin eine große Lücke besteht. „Wir sehen Bewegung auf dem Papier, aber Wohnraum entsteht auf der Baustelle.“, erklärt ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan. Viele Projekte werden aufgrund hoher Bau- und Finanzierungskosten, gestiegener Anforderungen sowie fehlender Planungssicherheit verzögert oder gar nicht umgesetzt.
Vier zentrale Hebel für mehr Wohnungsbau
Um die Lücke zwischen genehmigten und tatsächlich fertiggestellten Wohnungen zu schließen, sieht der ZIA vier zentrale Hebel: Klarheit beim Gebäudetyp E, verlässliche Finanzierungsbedingungen, klare Regelungen bei Vergesellschaftungsbestrebungen sowie die Senkung von Baukosten durch einfacheres und kostengünstigeres Bauen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Gebäudetyp E, der durch weniger komplexe Anforderungen und mehr Spielraum bei der Planung dazu beitragen soll, Bauprojekte schneller und wirtschaftlicher umzusetzen.
Auch der GdW fordert bessere Rahmenbedingungen, damit aus steigenden Genehmigungszahlen tatsächlich neuer Wohnraum entsteht. Der Verband betont, dass vor allem hohe Bau- und Finanzierungskosten, fehlende Wirtschaftlichkeit vieler Projekte sowie unsichere Förderbedingungen den Wohnungsbau weiterhin bremsen. Notwendig seien daher langfristig verlässliche Förderprogramme, eine stärkere Unterstützung des bezahlbaren Wohnungsbaus und eine konsequente Reduzierung von Hürden bei Planung und Umsetzung. Nur wenn genehmigte Projekte auch realisiert werden, könne die angespannte Wohnraumsituation nachhaltig verbessert werden.
Ausblick: Positive Signale müssen in Baufortschritt überführt werden
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass sich die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau vorsichtig verbessern. Damit daraus jedoch eine nachhaltige Erholung entsteht, müssen Genehmigungen schneller in konkrete Bauprojekte überführt werden. Politik und Immobilienwirtschaft stehen weiterhin vor der Aufgabe, Kosten zu senken, Verfahren zu beschleunigen und Investitionen langfristig abzusichern.
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