07.08.2026

Gemeinsame Kritik an der BEG-Reform: Verbände fordern Rücknahme der Kürzungen

Die zum 21. Juli in Kraft getretene Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sorgt weiter für Kritik. Der Deutsche Mieterbund und der GdW fordern gemeinsam, die Kürzungen zurückzunehmen. Besonders betroffen sind energetische Maßnahmen an Mehrfamilienhäusern. Die Verbände warnen vor steigenden Belastungen für Mieterinnen und Mieter, weniger Sanierungen und einem Vertrauensverlust in die Förderpolitik des Bundes.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) neu wird seit dem 21. Juli 2026 mit veränderten Förderbedingungen fortgeführt:

Der Einkommensbonus wird jetzt stärker nach dem zu versteuernden Haushaltseinkommen gestaffelt. Haushalte mit niedrigen Einkommen erhalten höhere Zuschüsse, zudem wird ein neuer Kinderzuschlag eingeführt. Dieser reduziert das zugrunde gelegte Einkommen um einmalig 10.000 Euro. Gleichzeitig sinkt die Obergrenze der förderfähigen Investitionskosten von bislang 30.000 auf zunächst 28.000 Euro und wird anschließend halbjährlich um weitere 750 Euro reduziert. Auch der Klimageschwindigkeitsbonus für den frühzeitigen Austausch fossiler Heizungen wird zeitlich gestreckt und schrittweise abgesenkt, bis er Mitte 2028 ausläuft.

Gemeinsame Kritik von Mieterbund und Wohnungswirtschaft
In einer gemeinsamen Erklärung kritisieren der Deutsche Mieterbund (DMB) und der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW die kurzfristig veränderten Förderbedingungen. Besonders problematisch sei, dass zahlreiche Modernisierungsvorhaben langfristig geplant und kalkuliert worden seien und die Änderungen mit nur kurzer Vorlaufzeit in Kraft getreten seien.

Aus Sicht beider Verbände beschädigt dieses Vorgehen die Verlässlichkeit und das Vertrauen in staatliche Förderprogramme und erschwert langfristige Investitionsentscheidungen.

Mehrfamilienhäuser besonders betroffen
Im Mittelpunkt der Kritik stehen die deutlich reduzierten förderfähigen Kosten für energetische Maßnahmen an Mehrfamilienhäusern. Bei einem Gebäude mit zwölf Wohnungen sinken die förderfähigen Kosten von bisher 360.000 Euro auf 153.000 Euro.

Nach Einschätzung von DMB und GdW trifft diese Entwicklung ausgerechnet den Gebäudebestand, in dem besonders viele Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen leben und zugleich große CO₂-Einsparungen durch Sanierungen möglich wären.

Sorge um Mieter und Klimaziele
Der Deutsche Mieterbund warnt davor, dass geringere Fördermittel langfristig auch die Mieterinnen und Mieter belasten. Energetische Modernisierungen senken nicht nur den Energieverbrauch, sondern beeinflussen auch die Höhe umlagefähiger Modernisierungskosten. „Diese Kürzung ist ein Frontalangriff auf die sozialverträgliche Wärmewende“, betont Axel Gedaschko, Präsident des GdW. Wohnungsunternehmen hätten ihre Modernisierungsmaßnahmen über Jahre geplant und finanziert. Durch die Kürzungen könnten Projekte verschoben oder ganz aufgegeben werden. „So verhindert man Sanierungen, statt sie zu beschleunigen,“ sagt Gedaschko.

Verbände fordern Nachbesserungen
DMB und GdW fordern unter anderem eine angemessene Förderhöhe für Mehrfamilienhäuser, eine stärkere Berücksichtigung vermieteter Wohnungsbestände, einen Sozialbonus für Wohnungsbestände mit bezahlbaren Mieten sowie langfristig verlässliche Förderbedingungen.

Klimaschutz im Gebäudebestand und bezahlbares Wohnen können nur gemeinsam funktionieren. Dafür braucht es eine Förderpolitik, die Investitionen langfristig ermöglicht und Planungssicherheit schafft.

Bildquelle: iStock

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