Die geplante Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude stößt beim GdW auf deutliche Kritik. Besonders betroffen wären vermietete Mehrfamilienhäuser: Bei einem Gebäude mit zwölf Wohnungen soll die förderfähige Kostenbasis von 360.000 auf 153.000 Euro sinken. Der Verband warnt vor weniger energetischen Modernisierungen, geringeren CO₂-Einsparungen und steigenden Belastungen für Mieterinnen und Mieter. Gefordert werden grundlegende Korrekturen der Förderlogik.
Deutlich geringere Förderung im Mehrfamilienhausbestand
Nach Einschätzung des GdW benachteiligt die geplante Neuausrichtung der BEG vor allem vermietete Mehrfamilienhäuser. Besonders deutlich wird dies bei energetischen Einzelmaßnahmen: Für ein Gebäude mit zwölf Wohnungen würde die förderfähige Kostenbasis nach den vorliegenden Plänen von 360.000 Euro auf 153.000 Euro sinken. Das entspricht einem Rückgang um 57,5 Prozent.
Der Verband sieht darin ein erhebliches Hemmnis für die schrittweise Modernisierung bestehender Wohngebäude. Gerade Maßnahmen, die im Zuge ohnehin notwendiger Instandhaltungen umgesetzt werden, könnten dadurch wirtschaftlich schwerer darstellbar werden.
GdW warnt vor weniger Sanierungen
Aus Sicht des GdW droht die Reform die Investitionsfähigkeit sozial orientierter Wohnungsunternehmen zu schwächen. Werden Fördermittel für größere Bestände deutlich gekürzt, könnten energetische Maßnahmen verschoben oder ganz aufgegeben werden.
Der Verband warnt deshalb vor negativen Folgen für die Wärmewende im Gebäudebestand. Weniger Sanierungen würden nicht nur die möglichen CO₂-Einsparungen verringern, sondern langfristig auch die Energiekosten in vielen Mietwohnungen erhöhen.
Kritik an der bisherigen Förderarchitektur
Der GdW kritisiert zudem, dass die geplante Förderlogik selbstnutzende Eigentümerinnen und Eigentümer stärker begünstige als vermietete Wohnungsbestände. Einkommensbezogene Zuschüsse kämen überwiegend selbst genutzten Immobilien zugute, während Mieterinnen und Mieter in Mehrfamilienhäusern davon kaum profitierten.
Auch bei der Förderung besonders ineffizienter Gebäude sieht der Verband Nachbesserungsbedarf. Der Bonus für sogenannte Worst Performing Buildings soll nach den Plänen nur für bestimmte Effizienzhausstufen gelten. Der GdW spricht sich dafür aus, die Förderung auch auf den Effizienzhausstandard 85 auszuweiten und die Zuschüsse für weitergehende Sanierungen zu erhöhen.
Grundlegende Korrekturen gefordert
Der Verband fordert unter anderem eine Rücknahme der vorgesehenen Kürzungen bei Mehrfamilienhäusern, eine stärkere Berücksichtigung vermieteter Wohnungsbestände und einen Sozialbonus für bezahlbare Mietwohnungen. Darüber hinaus seien langfristig verlässliche Förderbedingungen notwendig, damit Wohnungsunternehmen Investitionen über mehrere Jahre planen können.
Ohne entsprechende Anpassungen befürchtet der GdW einen Rückgang energetischer Modernisierungen. Damit würden aus Sicht des Verbands sowohl die Klimaziele als auch die Bezahlbarkeit des Wohnens zusätzlich unter Druck geraten.
Die ausführliche GdW-Stellungnahme zum Download
Bildquelle: iStock
