In unserer Interview-Reihe „Im Fokus“ verraten Fachleute der Wohnungswirtschaft, was die Branche wirklich bewegt. In dieser Ausgabe spricht Reinhold Wickel, Vertriebsleiter Niederlassung Stuttgart bei ista SE , über die zentralen Themen der 23. Süd-West Verwaltertage, steigende Anforderungen an Immobilienverwalter und die Frage, warum Weiterbildung, Austausch und neue Kompetenzen heute entscheidender sind denn je.
imo-news: Herr Wickel, wo liegen in diesem Jahr die zentralen Themen der Verwaltertage?
Reinhold Wickel: Die Bandbreite ist bewusst groß, weil sich der Alltag von Verwaltern stark verändert hat. Ein Schwerpunkt liegt weiterhin auf rechtlichen Fragestellungen – etwa im Miet- und Wohnungseigentumsrecht. Gleichzeitig sehen wir, dass betriebswirtschaftliche Themen deutlich an Bedeutung gewinnen: Wie kalkuliere ich Leistungen sauber? Wie bleibe ich wirtschaftlich stabil? Und darüber hinaus beschäftigen uns Zukunftsthemen wie ESG, neue Führungsmodelle und Digitalisierung. Es geht also nicht um einzelne Trends, sondern um ein Gesamtbild, das immer komplexer wird.
Viele Verwalter empfinden genau diese Komplexität als größte Herausforderung. Wie lässt sich damit umgehen?
Komplexität lässt sich nicht wegdiskutieren – man muss lernen, mit ihr umzugehen. Dafür braucht es Orientierung und Austausch. Genau hier setzen die Verwaltertage an: Wir bringen Experten aus Recht, Praxis und Beratung zusammen und schaffen Raum, um Themen einzuordnen. Oft sind es gerade die Gespräche untereinander, die helfen, die richtigen Schlüsse für das eigene Unternehmen zu ziehen.
Welche Rolle spielt Weiterbildung in diesem Umfeld?
Eine sehr zentrale. Die Anforderungen an die Wohnungswirtschaft sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Wer hier nicht kontinuierlich am Ball bleibt, verliert schnell den Anschluss. Gleichzeitig geht es nicht nur darum, formale Weiterbildungsstunden zu erfüllen. Entscheidend ist, Inhalte wirklich zu verstehen und in die eigene Praxis zu übertragen. Genau das versuchen wir mit dem Programm zu erreichen.
Im Programm finden sich auch Themen wie Führung, mentale Stärke oder agile Methoden. Warum rücken diese Aspekte stärker in den Fokus?
Weil sich das Berufsbild verändert. Verwalter sind heute nicht mehr nur Dienstleister, sondern zunehmend auch Unternehmer und Führungskräfte. Sie müssen Teams führen, Prozesse steuern und mit permanentem Veränderungsdruck umgehen. Themen wie mentale Stärke oder neue Arbeitsmethoden sind deshalb keine „Soft Skills“ mehr, sondern ganz konkrete Erfolgsfaktoren.
Was macht die ista Süd-West Verwaltertage aus Ihrer Sicht besonders?
Die Kombination aus fachlicher Tiefe und persönlichem Austausch. Wir legen großen Wert darauf, dass die Inhalte praxisnah sind und direkt Mehrwert bieten. Gleichzeitig schaffen wir bewusst Raum für Gespräche – mit Kollegen, Referenten und Lösungsanbietern. Das Ganze in einem Rahmen wie dem Kurhaus Baden-Baden, der natürlich zusätzlich zur Atmosphäre beiträgt. Viele Teilnehmer kommen genau deshalb jedes Jahr wieder.
Bildnachweis: ista SE
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