18.09.2026

Bund und Länder wollen Baukostensenkung gemeinsam angehen

Bund und Länder haben bei der Bauministerkonferenz eine gemeinsame Plattform für kostenreduziertes Bauen vereinbart. Sie soll erfolgreiche Ansätze aus den Ländern bündeln und bundesweit bekannt machen. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW begrüßt den Vorstoß, fordert aber weitere Schritte – vor allem beim Gebäudetyp E und bei der Sanierungsförderung.

Die hohen Baukosten gelten als eines der größten Hindernisse für mehr bezahlbaren Wohnraum in Deutschland. Nach der 149. Bauministerkonferenz in Berlin haben Bund und Länder deshalb angekündigt, ihre Anstrengungen zur Kostensenkung stärker zu bündeln. Dazu unterzeichneten sie eine Vereinbarung für die gemeinsame Plattform „Kostenreduziertes Bauen“.

Über die Plattform sollen erfolgreiche Konzepte aus einzelnen Bundesländern gesammelt und leichter zugänglich gemacht werden. Bewährte Lösungen könnten so schneller übernommen werden. Bundesbauministerin Verena Hubertz bezeichnete bezahlbaren Wohnraum als eine der drängendsten Fragen unserer Zeit.

GdW fordert Rechtssicherheit für Gebäudetyp E

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW bewertet die Ergebnisse der Konferenz grundsätzlich positiv. Die neue Plattform könne einen wichtigen Impuls setzen, erklärte GdW-Präsident Axel Gedaschko. Wissen zu bündeln, statt an vielen Stellen ähnliche Lösungen neu zu entwickeln, sei der richtige pragmatische Ansatz.

Nach Ansicht des Verbandes reicht die Plattform allein jedoch nicht aus. Der Bund müsse den Gebäudetyp E zügig im Bürgerlichen Gesetzbuch absichern. Er soll Abweichungen von kostenintensiven Standards ermöglichen und damit einfacheres und günstigeres Bauen erleichtern. Der entsprechende Gesetzentwurf müsse noch in diesem Jahr vorgelegt werden, fordert Gedaschko.

Länder bekennen sich zum Wohngeld

Der GdW begrüßt außerdem das Bekenntnis der Länder zum Wohngeld. Kürzungen wären nach Ansicht des Verbandes angesichts steigender Wohnkosten, hoher Baupreise und wirtschaftlicher Unsicherheit das falsche Signal. Das Wohngeld verhindere, dass Haushalte mit geringem Einkommen durch die Wohnkosten sozial abrutschen.

Unterstützung erhält auch die Kritik der Länder an den wohnungspolitischen Plänen der EU-Kommission. Deren Entwurf für einen „Affordable Housing Act“ setze mit der Regulierung von Kurzzeitvermietungen am falschen Punkt an, so der GdW. Die zentralen Hemmnisse für den Wohnungsbau in Deutschland seien hohe Baukosten und Zinsen, zu viele Vorschriften, fehlende Fachkräfte und langwierige Genehmigungsverfahren.

Kritik an fehlendem Signal zur Sanierungsförderung

Eine wesentliche Lücke sieht der Verband bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG. Dieses Thema sei bei der Bauministerkonferenz nicht ausreichend berücksichtigt worden. Nach Angaben des GdW droht bei Mehrfamilienhäusern eine deutliche Kürzung der förderfähigen Kostenbasis.

Der Verband warnt deshalb vor einer Sanierungsbremse. Gerade in Mehrfamilienhäusern lebe ein großer Teil der Bevölkerung. Eine geringere Förderung könnte die energetische Modernisierung dieses Gebäudebestands erheblich erschweren. Der GdW fordert die Länder auf, sich gegenüber dem Bund für eine Rücknahme der Kürzungen einzusetzen. Die Förderung müsse sich stärker an erreichbaren CO₂-Einsparungen, einfachen Lösungen und der Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen orientieren.

Bildquelle: Pexels

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