21.09.2026

Immobilienklima hellt sich leicht auf – Trendwende bleibt aus

Die Stimmung in der deutschen Immobilienwirtschaft hat sich im dritten Quartal 2026 etwas verbessert. Der aktuelle ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex deutet jedoch lediglich auf eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau hin. Als größte Investitionshemmnisse nennt die Branche lange Genehmigungsverfahren, regulatorische Unsicherheit und bestehende Vorschriften.

Nach dem deutlichen Einbruch im Vorquartal zeigt sich die Immobilienwirtschaft wieder etwas zuversichtlicher. Laut dem aktuellen ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex stieg die Bewertung der gegenwärtigen Geschäftslage um 2,4 Punkte auf 10,2 Punkte. Die Erwartungen verbesserten sich um 4,2 Punkte, blieben mit minus 7,1 Punkten aber im negativen Bereich.

Das Immobilienklima legte insgesamt um 3,3 Punkte auf 1,3 Punkte zu und kehrte damit knapp in den positiven Bereich zurück. Eine nachhaltige Trendwende lässt sich daraus nach Einschätzung des ZIA jedoch noch nicht ableiten. Geopolitische Unsicherheiten, die Zinsentwicklung und unklare politische Rahmenbedingungen hielten viele Unternehmen weiterhin von Investitionen ab.

Bürokratie bremst Investitionen

Besonders deutlich fallen die Antworten auf eine Sonderfrage zu den Investitionshemmnissen aus. 88 Prozent der befragten Unternehmen nennen lange Planungs- und Genehmigungsverfahren als Belastung. 87 Prozent sehen die Diskussion über weitere Regulierungen kritisch, 83 Prozent die bereits bestehenden Vorschriften. Für 78 Prozent erschwert zudem die allgemeine wirtschaftliche Lage Investitionen.

Hinzu kommen hohe Kosten für Finanzierung, Energie und Dekarbonisierung. ZIA-Präsidentin Iris Schöberl sieht deshalb vor allem die Politik gefordert. Kapital sei grundsätzlich vorhanden, werde aber durch fehlende Planungssicherheit und unzuverlässige Rahmenbedingungen zurückgehalten.

Bürosegment blickt wieder optimistischer nach vorn

Zwischen den einzelnen Marktsegmenten bestehen deutliche Unterschiede. Bei Büroimmobilien blieb die aktuelle Geschäftslage mit 13,8 Punkten nahezu unverändert. Die Erwartungen stiegen dagegen um 6,8 Punkte auf 5,0 Punkte und drehten damit wieder ins Positive. Das Immobilienklima erreichte 9,4 Punkte.

Im Handelssegment verbesserte sich zwar die aktuelle Lage leicht auf 16,5 Punkte. Die Erwartungen sanken jedoch auf minus 6,0 Punkte. Während der Lebensmitteleinzelhandel weiterhin zusätzliche Flächen benötigt, geht die Nachfrage im stationären Non-Food-Handel zurück.

Wohnungsmarkt bleibt unter Druck

Auch bei Wohnimmobilien hellte sich die Lage etwas auf. Der entsprechende Wert stieg um 5,1 Punkte auf 8,8 Punkte. Die Erwartungen blieben mit minus 17,4 Punkten allerdings deutlich negativ. Das Immobilienklima lag bei minus 4,8 Punkten.

Nach Einschätzung des ZIA belasten vor allem neue regulatorische Vorgaben und politische Debatten den Wohnungsmarkt. Sie verunsicherten Investoren und erschwerten die Planung neuer Vorhaben.

Am angespanntesten bleibt die Situation bei den Projektentwicklern. Ihre aktuelle Geschäftslage erreicht mit minus 25,5 Punkten den schlechtesten Wert aller untersuchten Segmente. Gleichzeitig stiegen die Erwartungen deutlich auf 13,7 Punkte. Die Branche hofft demnach auf eine Besserung – von der sie im laufenden Geschäft bislang wenig spürt.

Bildquelle: Pexels

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