Zum Jahresauftakt 2026 ist die Zahl der Baugenehmigungen gestiegen: Im Januar wurden 19.500 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders Ein- und Zweifamilienhäuser legten zu, aber auch Mehrfamilienhäuser verzeichneten Zuwächse. GdW und ZIA bewerten die Entwicklung vorsichtig positiv – betonen jedoch, dass von einer Trendwende keine Rede sein kann. Wichtig ist, dass Genehmigungen auch umgesetzt werden und bezahlbarer Wohnraum entsteht.
Aufwärtstrend im Neubau erkennbar
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden im Neubau rund 16.400 Wohnungen genehmigt – ein Anstieg um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders deutlich fiel das Plus mit 26,1 Prozent (1 200 genehmigte Wohnungen) bei Zweifamilienhäusern aus, während Einfamilienhäuser um 12,6 Prozent (3 800 genehmigte Wohnungen) zulegten. Auch im für den Wohnungsmarkt besonders relevanten Segment der Mehrfamilienhäuser zeigt sich ein moderates Wachstum von 7,1 Prozent mit 10.500 genehmigten Neubauwohnungen.
Zudem stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen durch Umbaumaßnahmen um 13,5 Prozent auf 3.100 Einheiten. Insgesamt deutet sich damit eine leichte Belebung der Bautätigkeit an, die sich allerdings weiterhin auf niedrigem Niveau befindet.
Branche sieht keine Entwarnung
Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW spricht von einem „guten Zeichen“, warnt jedoch vor vorschnellen Schlüssen. „Die neuen Zahlen sind ein gutes Zeichen: Der Wohnungsbau stabilisiert sich langsam. Der Vergleich mit früheren Jahren verdeutlicht aber, wie groß der Rückstand weiterhin ist: Wir liegen nach wie vor deutlich unter dem Niveau, das nötig wäre, um den Wohnungsbedarf zu decken“, so GdW-Präsident Axel Gedaschko. Entscheidend sei, dass aus Genehmigungen auch realisierte Projekte mit bezahlbaren Mieten entstehen.
Gedaschko betont weiter: „Jetzt kommt es darauf an, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass auch tatsächlich dauerhaft neuer Wohnraum entsteht. Wohnen muss für Politik und Verwaltung oberste Priorität haben.“ Als zentrale Hemmnisse nennt der Verband weiterhin hohe Baukosten, langwierige Genehmigungsverfahren und unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Gefordert werden unter anderem beschleunigte Verfahren, verlässliche Förderbedingungen und mehr Planungssicherheit für Investoren.
Auch der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) bewertet die aktuellen Zahlen zurückhaltend. „Für Euphorie ist es deutlich zu früh. Entscheidend für eine echte Entspannung am Wohnungsmarkt sind nicht allein steigende Genehmigungszahlen, sondern vor allem mehr Fertigstellungen”, erklärt ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan. Zwar zeigten die steigenden Genehmigungen eine leichte Belebung, für eine nachhaltige Entspannung am Wohnungsmarkt reiche dies jedoch nicht aus.
Um den Wohnungsbau dauerhaft anzukurbeln, fordert der ZIA strukturelle Reformen wie vereinfachte Bauvorgaben, niedrigere Erwerbsnebenkosten sowie stärkere Investitionsanreize.
Zudem warnt der Verband vor zusätzlicher regulatorischer Unsicherheit, etwa durch verschärfte mietrechtliche Eingriffe. Diese könnten Investitionen bremsen und damit den dringend benötigten Wohnungsneubau weiter verzögern.
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