Beim 60-jährigen Jubiläum von „WohWi im Dialog“ in Reit im Winkl diskutierten mehr als 500 Vertreter aus Wohnungswirtschaft, Politik und Verwaltung über die Zukunft des Wohnungsbaus. Der VdW Bayern fordert niedrigere Baukosten, rechtssichere Rahmenbedingungen für einfaches Bauen und eine verlässliche Wohnraumförderung. Neben den fachlichen Diskussionen zeigte das traditionsreiche Branchentreffen einmal mehr, welchen Stellenwert persönliche Begegnungen und gewachsene Netzwerke in der Wohnungswirtschaft haben. Auch PresseCOMPANY-Geschäftsführer Rainer Frick war wieder vor Ort.
VdW Bayern sieht Bund beim einfachen Bauen in der Pflicht
Im Mittelpunkt der dreitägigen Fachtagung stand die Frage, wie der Wohnungsbau wieder in Schwung gebracht werden kann. VdW-Verbandsdirektor Hans Maier sieht insbesondere bei den Baukosten und den politischen Rahmenbedingungen Handlungsbedarf.
Bayern habe mit vereinfachtem Bauordnungsrecht, reduzierten technischen Anforderungen in der Wohnraumförderung und 19 Pilotprojekten zum Gebäudetyp-e bereits wichtige Schritte unternommen. Bei einzelnen Pilotprojekten konnten die Bauwerkskosten nach Angaben des Verbands um mehr als 15 Prozent gesenkt werden.
Für eine breite Anwendung einfacher Baustandards fehle jedoch weiterhin die notwendige Rechtssicherheit auf Bundesebene. Der VdW Bayern fordert deshalb einen verbindlichen Rahmen, der es ermöglicht, auf nicht zwingend erforderliche Standards zu verzichten und damit Baukosten zu reduzieren.
Wohnraumförderung muss langfristig verlässlich sein
Ein weiteres zentrales Thema war die Wohnraumförderung. Der Freistaat Bayern stellt für 2026 und 2027 Rekordmittel bereit und plant, das Fördersystem ab 2027 neu zu ordnen. Bayerns Bauminister Christian Bernreiter stellte bei der Tagung die neue Wohnraumförderung und deren Schwerpunkte vor.
Der VdW Bayern begrüßt die hohen Investitionen, mahnt jedoch langfristige Planungssicherheit an. Wohnungsunternehmen benötigten verlässliche Förderbedingungen, da zwischen Grundstückserwerb, Planung und Fertigstellung häufig mehrere Jahre liegen.
Neben staatlicher Förderung spricht sich der Verband für steuerliche Anreize zur Mobilisierung privaten Kapitals und niedrigere Baustandards aus. Ziel sei es, Investitionen wieder attraktiver zu machen und dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
60 Jahre Branchendialog in Reit im Winkl
Auch PresseCOMPANY-Geschäftsführer Rainer Frick nahm nach längerer Zeit wieder an der Veranstaltung teil. Sein Eindruck: Neben den fachlichen Diskussionen bleibt insbesondere der persönliche Austausch ein wesentlicher Bestandteil des Branchentreffens. Die Gelegenheit, bestehende Kontakte zu pflegen und neue Verbindungen innerhalb der Wohnungswirtschaft zu knüpfen, machte für ihn den besonderen Wert der Veranstaltung aus.
Seit sechs Jahrzehnten bringt „WohWi im Dialog“ Vertreter aus Wohnungswirtschaft, Politik und Verwaltung in Reit im Winkl zusammen. Mehr als 500 Teilnehmer nutzten die diesjährige Jubiläumsausgabe, um über die Herausforderungen des Wohnungsbaus und mögliche Lösungsansätze zu diskutieren.
Bildquelle: Klaus D. Wolf
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