12.09.2025

ZIA-/EY-Studie vorgestellt: Digitalisierung bleibt Schlüsselthema – KI im Fokus der Immobilienbranche

Die zehnte Digitalisierungsstudie von ZIA und EY Parthenon zeigt: Die Immobilienwirtschaft hat in den vergangenen Jahren spürbare Fortschritte erzielt – vom Einsatz digitaler Standards bis hin zu KI-Pilotprojekten. Dennoch bremsen Fachkräftemangel, hohe Kosten und mangelnde Datenqualität die Entwicklung. Schwerpunktthema 2025 ist das Data Lifecycle Management (DLM), das von vielen Unternehmen als zentraler Hebel für Effizienz und Transparenz gesehen wird.

Seit 2015 untersuchen ZIA und EY Parthenon jährlich die digitale Transformation der Branche. In der Jubiläumsausgabe 2025 wird deutlich: 90 Prozent der Befragten sehen Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie der kommenden fünf Jahre. Parallel investieren die meisten Unternehmen zwar in digitale Prozesse, doch die Investitionsvolumina bleiben moderat: 62 Prozent geben lediglich ein bis fünf Prozent ihres Umsatzes dafür aus, nur neun Prozent investieren mehr als 20 Prozent.

Hindernisse bleiben bestehen
Die größten Hindernisse sind seit Jahren unverändert: fehlende personelle Ressourcen (79 Prozent), unzureichende Datenqualität (75 Prozent) sowie veraltete Systeme und hohe Kosten. Trotz wachsender Cloud-Nutzung – 82 Prozent der Unternehmen setzen inzwischen auf entsprechende Lösungen – hemmt die unzureichende Integration einzelner Systeme den reibungslosen Einsatz.

Fokus 2025: Data Lifecycle Management
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf dem Data Lifecycle Management (DLM). DLM umfasst den ganzheitlichen Umgang mit allen Daten über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie – von der Planung über Bau und Nutzung bis hin zum Verkauf. Ziel ist es, diese Daten systematisch zu erfassen, sinnvoll bereitzustellen und effektiv auszuwerten, um fundierte Entscheidungen zu ermöglichen und für mehr Transparenz zu sorgen. 71 Prozent der Unternehmen halten das Thema für relevant, 61 Prozent planen, es in ihre Strategien einzubeziehen. Zugleich bleibt die Umsetzung schwierig: Hohe Kosten (70 Prozent), technologische Einschränkungen (66 Prozent) und Fachkräftemangel (62 Prozent) bremsen die Einführung. Zwar verfügen mehr als die Hälfte der Unternehmen bereits über eigene Abteilungen für Datenmanagement, doch nur ein Drittel überprüft die Praktiken regelmäßig.

„Daten sind der Rohstoff unserer Zeit – ohne sie bleibt jede KI wirkungslos. Wer seine Daten nicht professionell managt, verliert Effizienz, Transparenz und am Ende Wettbewerbsfähigkeit“, betont Dr. Lars Scheidecker, Partner bei EY Parthenon. „Der Schlüssel liegt in einer konsequenten Professionalisierung des Datenmanagements – Schritt für Schritt, aber mit klarer Zielrichtung.“

Auch ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan mahnt: „Die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Die letzten zehn Jahre haben gezeigt, dass wir viel erreicht haben. Aber wir müssen uns eingestehen: Wir sind noch nicht am Ziel. Gerade jetzt ist der Moment, entschlossen weiterzugehen.“

Die komplette Studie steht ab sofort als Download hier zur Verfügung: https://zia-deutschland.de/wp-content/uploads/2025/09/20250908_Digitalisierungsstudie-2025_ZIA-und-EY.pdf?ver=1757343585

Bildnachweis: iStock Getty


Meistgelesen: