01.06.2026

Wohnungswirtschaft schlägt Alarm: Neubau auf Tiefstand

Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen in Deutschland ist 2025 erneut deutlich gesunken. Branchenverbände sprechen von einem alarmierenden Signal und fordern von der Bundesregierung schnelle Maßnahmen, um den Wohnungsbau wieder anzukurbeln.

Der Wohnungsneubau in Deutschland hat 2025 einen neuen Tiefstand erreicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt – rund 18 Prozent weniger als im Vorjahr und so wenige wie seit 2012 nicht mehr. Damit bleibt die Bautätigkeit deutlich hinter dem geschätzten Bedarf von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr zurück.

Vertreter der Bau- und Wohnungswirtschaft sehen die Ursachen vor allem in hohen Bau- und Finanzierungskosten, komplexen Vorgaben sowie fehlender Planungssicherheit. Viele bereits genehmigte Projekte würden deshalb nicht umgesetzt. Die Folgen seien auf dem Wohnungsmarkt längst spürbar: Das Angebot an bezahlbarem Wohnraum sinke weiter, während der Druck auf Mieten und Wohnungssuchende steige.

Ein breites Bündnis aus Verbänden der Bau-, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft fordert daher eine schnelle politische Kurskorrektur. Zu den zentralen Forderungen zählen vereinfachte und rechtssichere Baustandards, verlässliche Förderbedingungen sowie ein klarer Vorrang für den Wohnungsbau bei politischen Abwägungen. Die Verbände warnen zudem vor weiteren negativen Auswirkungen auf die Bauwirtschaft und den Arbeitsmarkt, sollte die Neubautätigkeit weiter zurückgehen.

Für 2026 rechnen Branchenvertreter sogar mit einem weiteren Rückgang auf weniger als 200.000 fertiggestellte Wohnungen. Aus ihrer Sicht besteht daher dringender Handlungsbedarf, um den Wohnungsbau wieder zu einem Motor für Wirtschaft, Beschäftigung und bezahlbares Wohnen zu machen.

Bildquelle: iStock Getty

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