13.07.2026

Wohnungsbau in Deutschland: Investitionen wandern in den Bestand

Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft investiert zunehmend in Bestand, Klimaschutz und Modernisierung – zulasten des Neubaus. Nach Angaben des GdW sollen die Neubauinvestitionen 2026 um fast 26 Prozent auf rund sechs Milliarden Euro sinken. Gleichzeitig werden bundesweit voraussichtlich nur noch 200.000 Wohnungen fertiggestellt, obwohl jährlich rund 320.000 Wohnungen benötigt werden. Auch die GdW-Unternehmen selbst rechnen mit einem deutlichen Rückgang ihrer Neubauleistung.

Investitionen verschieben sich deutlich

Im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz hat der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW auf eine deutliche Verschiebung der Investitionen hingewiesen. Während die Ausgaben für den Gebäudebestand 2025 auf 12,7 Milliarden Euro stiegen, sanken die Investitionen in den Neubau auf 8,1 Milliarden Euro. Für 2026 rechnet der Verband mit einem weiteren Rückgang auf nur noch rund sechs Milliarden Euro. Grund dafür sind steigende Ausgaben für Instandhaltung, energetische Modernisierung, altersgerechten Umbau und Digitalisierung.

Fertigstellungen bleiben deutlich hinter dem Bedarf

Nach Einschätzung des GdW wird sich diese Entwicklung unmittelbar auf den Wohnungsmarkt auswirken. Bundesweit dürften 2026 lediglich rund 200.000 Wohnungen fertiggestellt werden – bei einem jährlichen Bedarf von etwa 320.000 Wohnungen. Auch die GdW-Unternehmen selbst erwarten einen deutlichen Rückgang ihrer Neubauleistung von rund 24.000 Wohnungen im Jahr 2025 auf nur noch 16.000 Wohnungen im laufenden Jahr. „Wenn selbst unsere Unternehmen, die dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schaffen und sichern, den Neubau massiv zurückfahren müssen, dann stimmt das System nicht mehr“, so Gedaschko.

Baukosten und Finanzierung bremsen Projekte

Als Hauptursachen nennt der Verband die seit Ende 2019 um rund 51 Prozent gestiegenen Baukosten, hohe Finanzierungskosten und zusätzliche regulatorische Anforderungen. Viele bereits genehmigte Projekte seien unter diesen Bedingungen wirtschaftlich nicht mehr darstellbar und blieben als sogenannte Schubladenprojekte liegen.

GdW fordert schnellere Verfahren und verlässliche Förderung

Um den Wohnungsbau wieder anzukurbeln, fordert der GdW eine „Fast Lane“ für den Wohnungsbau mit deutlich schnelleren Planungs- und Genehmigungsverfahren, niedrigeren Baukosten sowie einer verlässlichen Förderpolitik. Gleichzeitig spricht sich der Verband für einen kosteneffizienten Klimaschutz aus, der den Erhalt und die Modernisierung des Bestands ermöglicht, ohne den Neubau weiter auszubremsen. Zudem seien ein verlässliches Wohngeld und eine Stärkung des sozialen Wohnungsbaus notwendig, um bezahlbares Wohnen langfristig zu sichern.

Bildquelle: Getty Images

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