Der vbw Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. fordert eine grundlegende Reform der Wohnraumförderung im Land. In einem Positionspapier an die Beteiligten der laufenden Koalitionsgespräche macht der Verband deutlich, dass die zuletzt erhöhten Fördermittel angesichts stark gestiegener Bau- und Finanzierungskosten weiterhin nicht ausreichen. Entscheidend sei vor allem eine verlässliche und langfristig tragfähige Förderstruktur, die Investitionen planbar macht.
Kern der Vorschläge ist eine stärkere Zielgenauigkeit der Förderung. Einkommensgrenzen und die Belegung geförderter Wohnungen sollten regelmäßig überprüft werden, da eine einmalige Prüfung beim Einzug die Lebensrealität vieler Haushalte nicht mehr abbildet. Ergänzend zur klassischen Objektförderung plädiert der Verband daher für eine einkommensorientierte Förderung, um Mittel gezielter einzusetzen und Fehlbelegungen zu vermeiden.
Mehr Mittel und weniger Bürokratie
Zugleich fordert der vbw einen deutlichen Ausbau der Förderkulisse. Konkret spricht er sich für eine 1:1-Kofinanzierung der Bundesmittel durch das Land Baden-Württemberg aus. Ebenso wichtig seien vereinfachte Antragsverfahren, schnellere Bearbeitungszeiten und eine bessere Abstimmung zwischen den beteiligten Ressorts, um Projekte zügiger umzusetzen.
Kritisch sieht der Verband zusätzliche Anforderungen wie die verpflichtende Nachhaltigkeitszertifizierung bei größeren Bauvorhaben sowie das aktuelle System der Reservierungszusagen. Beide Instrumente führten in der Praxis zu Unsicherheiten und blockierten Fördermittel, anstatt den Wohnungsbau zu beschleunigen.
Aus Sicht des vbw ist klar: Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen, praxistauglichen Verfahren und verbesserten Finanzierungsinstrumenten lässt sich der geförderte Wohnungsbau wieder spürbar stärken und bezahlbarer Wohnraum langfristig sichern. Der Verband vertritt 276 Wohnungs- und Immobilienunternehmen in Baden-Württemberg, die rund 450.000 Wohnungen bewirtschaften und jährlich mehr als 1,8 Milliarden Euro in Bestand und Neubau investieren.
