Stuttgarts Opernhaus stammt aus dem Jahr 1912 und gilt nicht nur als eines der bedeutendsten Theaterbauten weltweit, sondern überzeugt zugleich durch seine herausragende Akustik. Seit langem ist klar, dass der Littmann-Bau am Oberen Schlossgarten umfassend saniert und erweitert werden muss. Renommierte Architekturbüros aus ganz Europa – darunter aus London, Paris, Helsinki und Stuttgart – haben im Rahmen eines zweiphasigen Architekturwettbewerbs nun ihre ersten Entwürfe vorgelegt.
Wie kann das denkmalgeschützte Opernhaus in Stuttgart verantwortungsvoll saniert und die kulturelle Bedeutung des Staatstheater langfristig gesichert werden? Dieser Herausforderung stellten sich 30 Planungsteams aus ganz Europa, und reichten zum Abschluss der ersten Phase des zweiphasigen Architekturwettbewerbs ihre Konzepte und Modelle ein. Entsprechend der Richtlinie für Planungswettbewerbe sind die Arbeiten anonym und werden bis zum Abschluss des Verfahrens im Dezember 2026 nicht veröffentlicht.
„Dass alle teilnehmenden Büros – darunter renommierte Teams aus London, Paris und Helsinki – ihre Wettbewerbsbeiträge eingereicht haben, unterstreicht die internationale Strahlkraft und Bedeutung der Opernhaussanierung in Stuttgart“, so ProWST-Geschäftsführer Christoph Niethammer. „Wir freuen uns sehr über die überaus hohe Qualität und Vielfalt der Entwürfe bei diesem wichtigen Schritt zur Sanierung, Modernisierung und Erweiterung der Württembergischen Staatstheater Stuttgart.“
In der Preisgerichtssitzung, die am 18. und 19. Mai in der Alten Kelter in Fellbach stattfand, sichtete die hochrangig besetzte Jury insgesamt 30 Wettbewerbsbeiträge und wählte 16 Teams für die Teilnahme an der zweiten Bearbeitungsphase aus. Dabei wurde neben der Funktionalität und städtebaulichen Qualität besonderes Augenmerk auf die Wirtschaftlichkeit und Anpassungsfähigkeit der eingereichten Entwürfe gelegt.
Funktional müssen die Gebäudeorganisation und Bühnentechnik den komplexen und eng getakteten Arbeitsabläufen der Sparten Oper und Ballett gerecht werden, um das internationale Niveau der Staatstheater auch künftig sicherzustellen.
Städtebaulich war die Aufwertung des öffentlichen Raumes entlang der B14 sowie die Formulierung einer architektonischen Geste als Auftakt zur „Kulturmeile“ gewünscht. Die Erdgeschosszonen des zukünftigen Gebäudeensembles sollten überdies für die
Öffentlichkeit offener und einladender gestaltet werden – als lebendige Orte der Teilhabe und Begegnung.


Wirtschaftlichkeit im Fokus
Dazu erklärt Christoph Niethammer: „Angesichts angespannter öffentlicher Haushalte hat die Wirtschaftlichkeit der Entwürfe eine sehr hohe Priorität. Dies gewährleisten wir durch eine sparsame Planung mit Augenmaß, eine professionelle Kostenverfolgung und eine kontinuierliche Identifikation und Umsetzung von Einsparpotenzialen.“
Historischer Rückblick
Das Opernhaus am Eckensee basiert auf den Plänen von Max Littmann aus dem Jahr 1908. Sein visionärer Entwurf eines Doppeltheaters für Oper und Schauspiel wurde 1912 eröffnet und etablierte Stuttgarts Ruf als bedeutende Kulturstadt. Im Zweiten Weltkrieg blieb das „Große Haus“ von Zerstörungen weitgehend verschont und gilt als eines der bedeutendsten noch erhaltenen Vorkriegsbauwerke Stuttgarts. Als identitätsstiftendes Wahrzeichen prägt es bis heute Stadt und Land.
Ziel des aktuellen Wettbewerbs für die Sanierung, Modernisierung und Erweiterung des Gebäudeensembles am Oberen Schlossgarten ist es, das kulturelle Erbe und die künstlerische Exzellenz der Württembergischen Staatstheater an diesem Standort zu erhalten und für zukünftige Generationen weiterzuentwickeln. Zugleich gilt es, nach einem jahrzehntelangen Abwägungsprozess für die rund 1400 Beschäftigten endlich ein sicheres Arbeitsumfeld mit zeitgemäßen Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Bildquelle: ProWST Stuttgart
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