In unserer Interview-Reihe „Im Fokus“ verraten Fachleute der Wohnungswirtschaft, was die Branche wirklich bewegt. In dieser Ausgabe erklärt Stephanie Kreuzpaintner, CEO der DOMUS Software AG, warum sie in Künstlicher Intelligenz den nächsten großen Entwicklungsschritt für die Immobilienverwaltung sieht, welche Rolle sprachgesteuerte KI-Agenten künftig übernehmen können und weshalb der Wandel weit mehr erfordert als den Einsatz neuer Software.
imo-news: Frau Kreuzpaintner, Ende Juni 2026 haben in Weimar die inzwischen vierten DOMUS INNOVATION DAYS stattgefunden. Dort haben Sie Ihren Kunden exklusiv die neu entwickelte Plattform DOMUS novio vorgestellt. Sie selbst sagen, damit hat eine neue Ära der Verwaltung begonnen. Wie hat man sich dieses ‚neue Zeitalter‘ vorzustellen?
Stephanie Kreuzpaintner: Intuitiver, autonomer, zielgerichteter. Und genau das wollten wir den Teilnehmern unserer INNOVATION DAYS hautnah vermitteln. Dafür sind wir schon das ein oder andere technische Wagnis eingegangen: Wir haben in drei aufeinander aufbauenden Workshops tatsächlich mit rund 300 unserer Kunden ein „Live-Testing“ und Onboarding veranstaltet – jeder mit eigenem Notebook. Dafür mussten wir zum Beispiel einen eigenen Server mitbringen, da die technischen Kapazitäten vor Ort hierfür nicht im Ansatz ausgereicht hätten. (lacht)
DOMUS novio funktioniert Agenten-basiert. Diese Agenten können miteinander kommunizieren, Aufgaben selbstständig erfüllen und Ergebnisse präsentieren, anstatt jeweils einzelne Punkte nach Anweisung abzuarbeiten. Das kann man sich, sehr vereinfacht gesagt, in etwa wie einen neuen Kollegen im Team vorstellen, der die Verwaltung kennenlernt, seine Tätigkeitsfelder gezeigt bekommt und irgendwann auf eigenen Beinen steht. Der Clou ist zudem eine viel intuitivere Anwendung, als wir es von jetziger Verwaltungssoftware gewohnt sind. Mein Lieblingsbeispiel ist die Oberfläche – die grafische Maske, die man bei der Anwendung herkömmlicher Programme sieht. Eine solche Oberfläche brauchen Sie mit DOMUS novio im Grunde gar nicht mehr. Sie sprechen mit dem Dienst.
Sie hatten auch zwei Autos vor der Weimarhalle platziert – was hatte es damit auf sich?
Das war ein weiterer Teil unserer geplanten ‚Mach das System greifbar-Aktion“ (schmunzelt). Wir hatten in beiden Autos DOMUS novio via Apple CarPlay aktiviert. Dort konnten sich unsere Kunden mit dem System unterhalten, Anweisungen geben und die Arbeitsweise von und mit novio kennenlernen. Das Feedback der Teilnehmer war wirklich überwältigend und hat gezeigt: Die Branche ist reif für diese technische Veränderung.
„Veränderung“ ist das Stichwort – eine Verwaltung ohne Bildschirmoberfläche? Das klingt für viele Verwalter sicher eher nach Science-Fiction als nach machbarer Realität. Wie kann man sich den Umstieg auf DOMUS novio vorstellen? Lässt sich die Verwaltung via ERP oder CRM durch DOMUS novio so einfach ersetzen?
Stephanie Kreuzpaintner: Das sicher nicht – so ist es auch nicht gedacht. Auch hier haben wir unsere INNODAYS aktiv dazu genutzt, um unsere Vision für die künftige Verwaltung mittels KI-Agenten und Sprachsteuerung zu erläutern und einen konkreten Weg in die Zukunft der Verwaltung zu skizzieren. Denn für diese neue Art der Verwaltung ist weit mehr nötig als ein Zugang zu DOMUS novio. Man benötigt ein Team, das Lust auf innovative Arbeitsweisen hat, eine WEG, die ebenfalls offen für Neues ist und idealerweise eine Liegenschaft, die neu in den Bestand kommt. So sind die besten Voraussetzungen geschaffen, um sich mit dieser neuen Form der Verwaltung auseinanderzusetzen und im Zweifel auch schnell anzufreunden. (schmunzelt)
Wie wird es mit DOMUS novio weitergehen?
Das war erst der Anfang… (lacht) Wir haben den offiziellen Markstart von DOMUS novio nun sehr erfolgreich hinter uns gebracht – jetzt sind wir aber natürlich bereits dabei, die Dienste sukzessive auszubauen. So stehen erste KI Agent in Rolle einer Assistenz in dieser ersten Stufe noch ausschließlich für die WEG-Verwaltung zur Verfügung. Weitere Agenten werden folgen. Zudem haben alle unsere Workshop-Teilnehmer der INNOVATION DAYS nun die exklusive Möglichkeit, die Dienste anzuwenden, zu testen und in den kommenden Monaten sozusagen ‚mit weiterzuentwickeln‘.
Das Feedback unserer Kunden ist uns für die nun anstehende Erweiterung der Lösung natürlich immens wichtig. Und viele unserer Kunden wissen es ebenfalls sehr zu schätzen, bereits zum Start aktiv mit und an dieser wirklich begeisternden Lösung arbeiten zu können – das hat uns das bisherige Feedback mehr als deutlich bestätigt.
Bildnachweis: DOMUS Software AG
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