13.07.2026

Förderprogramm gestartet: Bund fördert Umbau von Gewerbe zu Wohnraum

Seit dem 1. Juli können Zuschüsse für den Umbau leerstehender Büro- und Gewerbeimmobilien zu Wohnraum beantragt werden. Das neue Bundesprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ unterstützt Projekte mit bis zu 30.000 Euro je Wohneinheit beziehungsweise maximal 300.000 Euro je Investor. Ziel ist es, leerstehende Gebäude wieder nutzbar zu machen und zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Förderfähig sind unter anderem Büros, Ladenflächen oder Praxisräume, die zu Wohnungen umgebaut und energetisch saniert werden.

Leerstand als Potenzial für neuen Wohnraum

Mit dem Programm reagiert die Bundesregierung auf zwei Entwicklungen zugleich: den anhaltenden Wohnungsmangel und den zunehmenden Leerstand von Gewerbeimmobilien. Nach Angaben des Bundesbauministeriums stehen bundesweit inzwischen mehr als zwölf Millionen Quadratmeter Bürofläche leer. Durch deren Umnutzung sollen bestehende Gebäude sinnvoll weitergenutzt, Ressourcen geschont und Innenstädte belebt werden.

Wer kann die Förderung nutzen?

Antragsberechtigt sind nahezu alle Investoren – von Privatpersonen und Unternehmen über Wohnungsgenossenschaften bis hin zu kommunalen Wohnungsunternehmen, Kommunen und sozialen Organisationen. Gefördert wird der Umbau beheizter Nichtwohngebäude oder einzelner Gebäudeteile, sofern dabei mindestens eine neue Wohneinheit entsteht. Voraussetzung ist unter anderem, dass die neuen Wohnungen nach dem Umbau einen definierten energetischen Standard erreichen und für mindestens zehn Jahre als Wohnraum genutzt werden.

Zuschüsse statt Darlehen

Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss. Je neu geschaffener Wohneinheit können bis zu 30 Prozent der förderfähigen Umbaukosten, maximal 30.000 Euro, übernommen werden. Insgesamt sind bis zu 300.000 Euro je Investor möglich. Die energetische Sanierung selbst wird über andere Förderprogramme unterstützt und ist nicht Bestandteil dieses Zuschusses.

Wichtiger Baustein – aber keine Universallösung

Fachleute sehen in der Umnutzung von Gewerbeimmobilien grundsätzlich großes Potenzial. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass sich nicht jedes Gebäude wirtschaftlich oder technisch für eine Wohnnutzung eignet. Anforderungen an Statik, Brandschutz oder Grundrisse sowie die hohen Baukosten können Umbauten erschweren. Das neue Förderprogramm soll deshalb einen finanziellen Anreiz schaffen, um bislang ungenutzte Flächen künftig stärker für den Wohnungsbau zu erschließen.

Bildquelle: Getty Images

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