Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft fordert von der Bundesregierung verlässliche Förderbedingungen, weniger Bürokratie und wirtschaftlich tragfähige Klimaschutzvorgaben. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des GdW unter 72 Wohnungsunternehmen. Als wichtigste politische Aufgabe nennen die Befragten eine langfristig planbare Förderpolitik, gefolgt von schnelleren Genehmigungsverfahren und niedrigeren Baukosten. Gleichzeitig bewerten lediglich 6 Prozent die aktuelle politische Lage für ihr Unternehmen als gut. Insgesamt 46 Prozent stufen die Rahmenbedingungen dagegen als schlecht oder sehr schlecht ein.
Nach Angaben des GdW erwarten die Wohnungsunternehmen vor allem politische Entscheidungen, die Investitionen wieder erleichtern und den Wohnungsbau ankurbeln. Besonders häufig wurden verlässliche Förderprogramme, insbesondere über die KfW, als zentrale Voraussetzung genannt.
Darüber hinaus fordern die Unternehmen einen konsequenten Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren sowie die Reduzierung kostentreibender Bauvorschriften und technischer Standards.
Bezahlbares Wohnen und Klimaschutz im Fokus
Neben dem Neubau beschäftigt die Branche vor allem die Finanzierung energetischer Modernisierungen. Dabei besteht die Herausforderung darin, Klimaschutzziele zu erreichen, ohne die Wirtschaftlichkeit von Investitionen oder die Bezahlbarkeit des Wohnens zu gefährden.
Auch die Themen Digitalisierung, Energieeffizienz und regulatorische Anforderungen zählen laut Umfrage zu den größten Herausforderungen der kommenden Jahre.
Angespannte Stimmung in der Branche
Die Ergebnisse zeigen nach Einschätzung des GdW eine weiterhin angespannte Lage. Hohe Zinsen, steigende Finanzierungskosten und unsichere Rahmenbedingungen erschweren Investitionsentscheidungen sowohl im Neubau als auch im Bestand. Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW Axel Gedaschko erläutert: „Die Unternehmen wollen bauen, modernisieren und ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Aber sie brauchen dafür verlässliche Rahmenbedingungen. Wer immer neue Anforderungen stellt, Förderprogramme stoppt oder komplizierter macht und Genehmigungsverfahren nicht beschleunigt, verhindert am Ende genau das, was politisch gewollt ist: mehr bezahlbare Wohnungen und klimafreundliche Bestände.“
Bildquelle: iStock
Weitere Newsmeldungen finden Sie unter https://imo-news.de/news-archiv/.
