19.08.2025

Vorurteile am deutschen Vermietermarkt: Zwei aktuelle Studien liefern Einblicke  

Die Mehrheit der Mietwohnungen in Deutschland wird von Privatpersonen vermietet – nicht von großen Immobilienkonzernen wie Vonovia oder Deutsche Wohnen. Das zeigen zwei aktuelle Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft und von Haus & Grund. Häufig besitzen diese Vermieterinnen und Vermieter nur wenige Objekte, erzielen damit geringe Überschüsse oder sogar Verluste und erhöhen Mieten seltener als gedacht. Die Untersuchungen liefern Einblicke in den deutschen Vermietermarkt, die mit so manchen Vorurteilen aufräumen.

Laut der Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) vermieten mehr als 5,5 Millionen Menschen in Deutschland eine oder mehrere Wohnungen privat. Damit stellen private Kleinvermieter fast zwei Drittel des Mietwohnungsmarkts, nach Zählweise und Personendefinition der Studie von Haus & Grund sogar 79 Prozent. Häufig handelt es sich der Haus & Grund-Umfrage zufolge um Einzelpersonen oder Familien mit nur wenigen Objekten: Über die Hälfte besitzt zwischen einer und fünf Wohnungen, jeder Vierte sogar nur eine oder zwei. Großvermieter gäbe es selten.

Finanziell ist die Vermietung für viele kein Selbstläufer. Zwei Drittel der Befragten in der Umfrage des Eigentümerverbands erzielen jährlich weniger als 30.000 Euro Mieteinnahmen – vor Steuern und Ausgaben. Nur die Hälfte erziele mit der Vermietung einen Überschuss. Rund jeder achte Vermieter mache sogar Verlust. Dem Bild vom hochprofitablen Geschäft widerspricht auch die Mietenpolitik vieler Eigentümer: 60 Prozent verzichten nach eigener Aussage über längere Zeit auf Erhöhungen oder passen die Mieten nur moderat an, teils aus Rücksicht auf langjährige Mieter.

Die Altersstruktur unterstreicht die besondere Zusammensetzung des Markts: Über 40 Prozent der privaten Vermieter sind 65 Jahre oder älter, nur sechs Prozent jünger als 35. Das bremst auch Investitionen wie energetische Sanierungen. 12,5 Prozent gaben an, dass ihr hohes Alter sie von solchen Schritten abhält.

Auch bei der Mietersuche zeigt sich ein klares Bild. Online-Immobilienportale sind das wichtigste Werkzeug, gefolgt von Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld. Makler und soziale Medien spielen dagegen eine geringere Rolle.

Insgesamt liefern die beiden Studien Einblicke in den deutschen Vermietermarkts, die mit einigen gängige Vorurteilen aufräumen.

Bildquelle: GettyImages


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