01.09.2025

Stakeholder-Dialog für kommunale Wärmeplanung – BBSR legt Ergebnispapier vor 

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat die Ergebnisse eines Stakeholder-Dialogs zur kommunalen Wärmeplanung vorgestellt. Die Empfehlungen reichen von einer zentralen Datenerfassung über mehr Unterstützung für kleine Kommunen bis hin zu Leitfäden für Quartierslösungen, die den Ausbau klimaneutraler Wärmenetze beschleunigen sollen. Parallel warnt eine DIW-Studie vor den Folgen der geplanten Stilllegung von Gasnetzen und mahnt mehr Unterstützung durch den Bund für Länder und Kommunen an.

Wie Kommunen ihre Wärmeplanung effizienter und bürgernah gestalten können, zeigt ein jetzt veröffentlichtes Ergebnispapier des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Es bündelt die Resultate eines breit angelegten Stakeholder-Dialogs, an dem unter anderem Vertreter aus der Wohnungswirtschaft,wie der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW und der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA), der Energiebranche, Kommunen und Landesbehörden beteiligt waren. Das Projekt startete 2024.

Die kommunale Wärmeplanung gilt als zentrales Instrument, um bis 2045 eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung zu erreichen. Sie soll Investitionssicherheit schaffen und Akteure vor Ort besser verzahnen. Laut der im August veröffentlichten Analyse des BBSR haben inzwischen knapp die Hälfte der Städte und Gemeinden mit der Erstellung ihrer Wärmepläne begonnen; 4,5 Prozent sind bereits abgeschlossen (Stand Mai 2025).

Das Ergebnispapier formuliert zentrale Handlungsempfehlungen: Daten sollen bundesweit einheitlich und einfacher bereitgestellt werden, um Kommunen bei der Analyse ihrer Wärmeinfrastruktur zu entlasten. Vor allem kleinere Kommunen sollen durch Arbeitshilfen, Leitfäden und Schulungen gezielt unterstützt werden. Darüber hinaus empfiehlt das BBSR, bauplanungsrechtliche Instrumente besser zu nutzen und Genossenschaften beim Aufbau kleiner Wärmenetze stärker zu fördern.

Ein besonderer Fokus liegt auf Quartierslösungen: Sie könnten nach Einschätzung der Stakeholder einen wichtigen Beitrag leisten, um Wärmenetzprojekte schneller und einfacher umzusetzen. Der Bund solle hierfür Praxisleitfäden sowie ergänzende Förderprogramme auflegen.

Parallel dazu zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dass der geplante Rückbau der Gasnetze bis 2045 erhebliche Herausforderungen mit sich bringt. Kommunen müssten hier konsequenter vorgehen und durch Rekommunalisierung mehr Einfluss auf die Wärmewende gewinnen. Ohne zusätzliche Unterstützung durch den Bund drohe die Akzeptanz der Wärmewende zu sinken – insbesondere bei Mietern, die keinen direkten Einfluss auf ihre Heizanlagen haben.

Das BBSR kündigte an, den Prozess der Wärmeplanung weiter mit Datenanalysen und Forschung zu begleiten. Ab Mitte 2026 sollen Großstädte, ab Mitte 2028 alle Kommunen einen fertigen Wärmeplan vorlegen. Hauseigentümer sollen dann Klarheit darüber erhalten, ob sie an ein Wärmenetz angeschlossen werden oder auf dezentrale Lösungen setzen müssen. Den Prozess der kommunalen Wärmeplanung wird das BSSR weiterhin mit Analysen und Datenaufbereitungen begleiten.

Mehr Informationen zu den Ergebnissen des Stakeholder-Dialogs gibt es hier: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/veroeffentlichungen/sonderveroeffentlichungen/2025/stakeholder-dialog-waermeplanung.html

Bildnachweis: iStock Getty


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