Die aktuellen Baugenehmigungszahlen zeigen eine deutliche Erholung: Von Januar bis September 2025 wurden bundesweit 175.600 Wohnungen genehmigt. Das ist ein Plus von 11,7 Prozent. Besonders positiv entwickelt sich der Mehrfamilienhausbau, der um 13 Prozent zunahm. Auch der September verzeichnete aufgrund eines schwachen Vorjahreswerts ein starkes Plus von 59,8 Prozent. Verbände betonen dennoch, dass der Wohnungsbau weiter stabile Förderung, moderne Baustandards und beschleunigte Prozesse braucht.
Nach einer langen Phase rückläufiger Genehmigungszahlen zeigen aktuelle Daten erstmals wieder einen spürbaren Aufwärtstrend. Für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft ist das ein wichtiges Signal, jedoch kein Grund zur Entwarnung, denn: Die Branche sieht weiterhin große strukturelle Hürden, die verhindert haben, dass der Wohnungsbau das notwendige Niveau erreicht.
Deutlicher Anstieg im Zeitraum Januar bis September
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden von Januar bis September 2025 bundesweit 175.600 Wohnungen genehmigt, rund 11,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Mehrfamilienhausbau, dem zentralen Segment für bezahlbaren Wohnraum, wurden 93.100 Genehmigungen erteilt, ein Plus von 13 Prozent. Der September 2025 verzeichnet zudem aufgrund eines historisch schwachen Vorjahreswerts im Vergleich einen außergewöhnlich starken Anstieg von 59,8 Prozent.
GdW betont Bedeutung stabiler Rahmenbedingungen
Der GdW sieht in der Entwicklung ein vorsichtig positives Zeichen. Gleichzeitig bewertet der Verband die Lage als weiterhin angespannt. „Wir arbeiten uns von einem sehr niedrigen Niveau nach oben. Damit aus der Stabilisierung tatsächlicher Fortschritt entsteht, braucht es jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Förderung und eine echte Beschleunigung beim Planen und Bauen,“ fasst es Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW zusammen. Als wichtiges Instrument wird die geplante Wiederbelebung der EH55-Förderung ab 2026 gesehen, vorausgesetzt, Programme werden verstetigt und langfristig ausgestattet.
ZIA fordert Modernisierung des Planungsrechts
Auch der ZIA begrüßt den Zuwachs insbesondere im Mehrfamilienhausbau, wie ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan betont: „Erfreulich ist, dass der Zuwachs nun auch bei den für den Wohnungsbau besonders relevanten Mehrfamilienhäusern zu verzeichnen ist. Gleichzeitig verweist der ZIA aber auf grundlegenden Modernisierungsbedarf. Das Baugesetzbuch müsse an heutige Anforderungen angepasst werden, um Verfahren dauerhaft zu beschleunigen und Baukosten zu reduzieren. Besonders der Gebäudetyp E wird als Chance bewertet, wirtschaftlicheren und schnelleren Wohnungsbau zu ermöglichen – sofern Länder und Programme den Ansatz konsequent unterstützen.
Ausblick: Trendwende möglich, aber nicht garantiert
Beide Verbände betonen, dass die gestiegenen Genehmigungszahlen ein notwendiger, aber noch kein ausreichender Schritt für mehr Wohnungsbau sind. Entscheidend sei nun, den Reformkurs fortzusetzen, erhöhte Planungssicherheit zu schaffen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu verbessern. Nur unter diesen Voraussetzungen könne der positive Impuls in eine tatsächliche Trendwende für den Wohnungsbau übergehen.
(Bildquelle: iStock)
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