Der GdW hat gemeinsam mit dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der dena die europaweite Ausschreibung für die Rahmenvereinbarung „Serielles Sanieren 1.0“ gestartet. Wohnungsunternehmen sollen damit einfacher auf standardisierte und skalierbare Sanierungslösungen zugreifen und Vergabe sowie Planung beschleunigen können. Ausgeschrieben werden Lösungen für Außenwände sowie Sanierungen auf die Effizienzhaus-Niveaus EH85, EH70 und EH55. Ziel ist es, serielles Sanieren stärker in die breite Anwendung zu bringen.
Rahmenvereinbarung soll Zugang vereinfachen
Die Bekanntmachung der Ausschreibung wurde auf der europäischen Ausschreibungsplattform TED veröffentlicht. Entwickelt wird die Rahmenvereinbarung vom Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW, dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Zusammenarbeit mit dem Bundeswirtschafts- und dem Bundesbauministerium.
Wohnungsunternehmen sollen über die Rahmenvereinbarung künftig leichter auf erprobte und skalierbare Sanierungslösungen zugreifen können. Gleichzeitig sollen Vergabe- und Planungsprozesse strukturiert und beschleunigt sowie Kosten, Qualität und Umsetzung besser planbar werden. Gesucht werden dafür integrierte Gesamtlösungen aus einer Hand.
GdW-Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser sieht darin den nächsten Schritt für die breitere Nutzung serieller Verfahren:
„Mit der Rahmenvereinbarung wollen wir das serielle Sanieren vom Einzelprojekt in die breite Anwendung bringen. Standardisierte Prozesse und industrielle Vorfertigung ermöglichen schnellere Abläufe, besser planbare Kosten und einen effizienteren Einsatz knapper Kapazitäten.“
Vier Fachlose und vier Regionen
Die Ausschreibung gliedert sich in vier Angebotsregionen und vier Fachlose. Ein Fachlos umfasst die energetische Sanierung der Außenwand, drei weitere die Sanierung auf die Effizienzhaus-Niveaus EH85, EH70 und EH55. Zur Kalkulation und Konkretisierung der Angebote stehen fünf Stellvertretergebäude zur Verfügung.
Unternehmen müssen sich dabei nicht für das gesamte Leistungsspektrum bewerben. Sie können gezielt für einzelne Gebäudetypen, Fachlose oder Regionen am Verfahren teilnehmen. Grundlage der Ausschreibung ist eine funktionale Leistungsbeschreibung.
Zunächst können interessierte Unternehmen ihre Unterlagen für den Teilnahmewettbewerb einreichen. Erfolgreiche Bewerber werden anschließend aufgefordert, ein oder mehrere Angebote abzugeben.
Skalierbare Lösungen für ganze Portfolios
Auch die Bauindustrie verbindet mit der Rahmenvereinbarung die Erwartung, serielle Verfahren stärker über einzelne Gebäude hinaus einzusetzen. HDB-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller verweist insbesondere auf das Potenzial skalierbarer Sanierungskonzepte für Quartiere und größere Wohnungsportfolios. Damit könnten neben individuellen Lösungen zunehmend standardisierte Konzepte zum Einsatz kommen.
Kennzeichnend für das serielle Sanieren sind unter anderem standardisierte Abläufe und ein hoher Grad industrieller Vorfertigung. Gerade bei einer größeren Zahl ähnlicher Gebäude sollen sich dadurch Prozesse wiederholen und Sanierungen effizienter umsetzen lassen.
dena sieht erhebliches Marktpotenzial
Die dena verweist zudem auf die wirtschaftliche Dimension des seriellen Sanierens. Nach Angaben ihres Kompetenzzentrums Serielles Sanieren wurden in diesem Bereich bislang rund zwei Milliarden Euro umgesetzt. Bis 2045 könnte das Marktvolumen nach Einschätzung der dena auf 500 Milliarden Euro steigen. „Serielles Sanieren zahlt nicht nur in den Klimaschutz ein, sondern hat sich vom Nischensegment zum Wachstumsmotor für die deutsche Wirtschaft entwickelt“, betont Nico Gorsler, Teamleiter dena-Kompetenzzentrum Serielles Sanieren.
Damit verbindet die Energie-Agentur auch Potenziale für Bauunternehmen, Hersteller und Planer sowie für Beschäftigung und Wertschöpfung entlang der Bau- und Zulieferkette. Die neue Rahmenvereinbarung soll nun dazu beitragen, entsprechende Lösungen für Wohnungsunternehmen einfacher zugänglich und in größerem Maßstab einsetzbar zu machen.
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