04.09.2026

Rund 300 Gebäude an 130 Standorten: Bundeswehr investiert Milliardensumme

Die Bundeswehr hat Rahmenverträge über rund 4,6 Milliarden Euro für den Bau von etwa 300 Gebäuden an rund 130 Standorten geschlossen. Geplant sind unter anderem Unterkünfte, Funktionsbereiche und Lehrsäle. Um die Gebäude schnell zu realisieren, setzt das Programm auf standardisierte, serielle und modulare Bauweisen. Die ersten 14 Gebäude sollen bereits ab Ende des ersten Halbjahres 2027 fertiggestellt werden. Insgesamt sollen mehr als 54.000 zusätzliche Betten entstehen.

Rahmenverträge sollen Verfahren beschleunigen
Die Verträge wurden Ende August im Rahmen des Programms „G-CAP Inland Stufe 1“ geschlossen. Das German Armed Forces – Contractor Augmentation Program soll Vergabe, Planung und Bau der benötigten Infrastruktur beschleunigen. Die Bundeswehr überträgt dabei ein Verfahren auf das Inland, das bislang unter anderem beim Bau von Feldlagern im Ausland zum Einsatz kam.

Das Vertragspaket umfasst neben der Planung und Errichtung der Gebäude auch deren technischen Betrieb. Insgesamt wurden sieben Auftragnehmer ausgewählt, darunter Arbeitsgemeinschaften mehrerer Bauunternehmen. Die Ausschreibung und Vergabe erfolgte durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) im Auftrag der Bundeswehr.

Errichtet werden standardisierte Kompaniegebäude mit Unterkünften, Funktionsbereichen, Lehrsälen und Waffenkammern. Eine einheitliche Grundrissplanung und typisierte Gebäudeteile sollen dazu beitragen, die Bauzeiten deutlich zu verkürzen.

Erste Gebäude innerhalb weniger Monate
Der Zeitplan ist ambitioniert: Die ersten 14 Gebäude sollen bereits ab Ende des ersten Halbjahres 2027 fertiggestellt werden. Nach Angaben eines beteiligten Bauunternehmens müssen nach einem konkreten Abruf innerhalb von drei Monaten Planung, Arbeitsvorbereitung und Genehmigung erfolgen. Für den anschließenden schlüsselfertigen Bau bleiben sieben Monate.

Eine zentrale Rolle spielen deshalb serielle und modulare Verfahren sowie ein hoher Vorfertigungsgrad. Bei einem Teil des Programms sind beispielsweise unterschiedliche Gebäudetypen und -formen vorgesehen, deren Bauteile möglichst weitgehend standardisiert werden. Dazu gehören unter anderem Rohbauelemente, Komponenten der technischen Gebäudeausstattung und Dachelemente.

Mehr als 54.000 Betten für neuen Wehrdienst
Hinter dem Bauprogramm steht insbesondere der zusätzliche Infrastrukturbedarf durch den neuen freiwilligen Wehrdienst. Allein dafür sollen mehr als 54.000 zusätzliche Betten entstehen. Hinzu kommen weitere Unterkunftskapazitäten für Ausbildungspersonal.

Prof. Dr. Roland Börger, Präsident des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, bezeichnet die abgeschlossenen Verträge als wichtigen Meilenstein:

„Diese Verträge sind ein wichtiger Meilenstein für den Aufwuchs der Bundeswehr und die Grundlage für das Gelingen des Projekts. Gleichzeitig sind sie ein Beweis dafür, dass die geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen ausgeschöpft werden und Wirkung zeigen.“

Die ersten Abrufe aus den Rahmenverträgen sollen unmittelbar erfolgen.

Zweite Stufe mit kompletten Kasernen geplant
Mit der ersten Stufe soll das Programm noch nicht abgeschlossen sein. Das Bundesverteidigungsministerium hat bereits „G-CAP Inland Stufe 2“ angekündigt. Dabei sollen künftig auch ganze Kasernen und andere Liegenschaften über Rahmenverträge in serieller und modularer Bauweise realisiert werden können.

Vorgesehen sind neben Unterkunftsgebäuden beispielsweise Verpflegungs- und Sanitätseinrichtungen, Sportanlagen, technische Bereiche sowie Betreuungseinrichtungen. Damit sollen sowohl neue Liegenschaften aufgebaut als auch bestehende Standorte um einzelne Bausteine ergänzt werden können.

Parallel dazu läuft ein Sonderprogramm für kurzfristig benötigte Unterkünfte. Bis Ende September 2026 sollen demnach zunächst rund 8.600 Unterkunftsplätze in 32 Kasernen mithilfe von Containerlösungen geschaffen werden.

Bild: Gruppenbild Vergabe G-CAP Inland Stufe 1, Bildquelle: Drebenstedt/Bundeswehr

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